Digitalisierungsprogramm unterstützt österreichische Galerien 

Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) stellt österreichischen Galerien für zeitgenössische Kunst eine Digitalförderung in Höhe von 150.000 Euro zur Verfügung. Die Zuschüsse sollen eine Weiterentwicklung der Online-Kommunikations- und Vertriebswege der österreichischen Galerien ermöglichen – etwa in Form von benutzer*innenfreundlichen Webshops oder Auftritten in sozialen Medien. 

Die Förderungen werden über den Verband österreichischer Galerien Moderner Kunst abgewickelt und können ab sofort bis längstens 31. Jänner 2021 beantragt werden. 

 

 

Wir danken dem Fördergeber

Eine Liebeserklärung an die Galerien


Ausstellungsansicht "Melting Plot" by Beáta Hechtová

Die Museen sind geschlossen. Bleiben die Galerien als einzige Orte, an denen wir Kunst im Original sehen können.
Eine kleine Liebeserklärung.


Von Almuth Spiegler, Die Presse

Noch steht es ein wenig nachlässig auf meinem Schreibtisch, lehnt leicht schief an der Lampe, hat noch keinen festen Halt gefunden hier in meiner Wohnung. Noch möchte ich es nahe bei mir haben, schnell in die Hand nehmen, ganz beiläufig betrachten können. Dieses kleine, abstrakte Bild eines jungen Malers, das ich mir vor ein paar Wochen gekauft habe. Man gönnt sich ja sonst nichts dieser Tage. Und es ging so schnell. Ich hatte mich verliebt. Auf der Stelle.

In einer Galerie. Wo sonst. Immer kaufe ich die wenige Kunst, die man sich leisten und die man sich aufhängen kann, in Galerien. Wenn man die Kunst und die Künstler ernst nimmt, sollte man das tun. Allein, um mit einer österreichischen Unsitte zu brechen, die sich in diesen sowieso so kleinen lokalen Markt eingeschlichen hat. Weil er eben so überschaubar ist. Und ihn durch diese Umwege in dieser Überschaubarkeit auch hält.
Schließlich hat keiner auf lange Sicht etwas davon, Galerien zu schwächen – die Künstler nicht, sind Galeristen im besten, professionellen Fall doch ihre Werbeagentur, ihre Coachs, ihre Buchhalter. Die Sammler nicht, hoffen sie darauf, dass ihr Werk, wenn schon im Wert nicht steigt, wenigstens stabil bleibt. Und außerdem: Wer glaubt wirklich, dass ein Künstler seine besten Werke an seiner Galerie vorbei, sozusagen unter der Hand, verkauft?

APA Meldung des Galerienverbandes


Ausstellungsansicht Galerie Sophie Tappeiner

Galerien trotz Öffnung im Lockdown wenig besucht

Die österreichischen Galerien dürfen neben den Bibliotheken derzeit als einzige Sparte des Kunst- und Kulturbetriebs im zweiten Lockdown geöffnet halten - allein, der Andrang hält sich sehr in Grenzen. "Das Umfeld ist im Augenblick leider nicht so, dass die Leute in die Galerien strömen", konstatiert der Wiener Galerist Martin Janda, Vorsitzender des Galerienverbands, nüchtern. "Zuletzt hat die Frequenz deutlich nachgelassen."

Man plane gemeinsam in den kommenden Tagen offensiver auf den Umstand hinzuweisen, dass man - wenngleich ohne Vernissagentermine für neue Ausstellungen - weiterhin geöffnet sei. "Das ist noch nicht wirklich bei den Leuten durchgedrungen, und das wollten wir in der Woche nach dem Anschlag auch nicht betonen", so Janda, der keine für die Galerien gemachte Lockdown-Ausnahme sieht:

"Wir befinden uns ja in einem Zwischenbereich: Einerseits sind wir natürlich Kultureinrichtungen, andererseits sind wir Handelsbetriebe, die wie andere Geschäfte vom Verkauf leben."

Dieser Verkauf sei jedoch stark zurückgegangen, etwa auch durch die Absage von Kunstmessen mit Ausnahme der viennacontemporary. Denn persönliche Kontakte und fachmännische Beratung seien das Um und Auf der Branche und ließen sich auch durch den besten Internet-Auftritt nicht ersetzen, gibt sich Janda im Gespräch mit der APA überzeugt.